29.05.2018

Thonkunst in Wien

Vom 25. bis 27. Mai nahm Thonkunst am 3. inklusiven Soundfestival in Wien teil.

Gibt es Grenzen, wenn Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam Musik machen?

Fünf Musikgruppen wollten das austesten und trafen sich zum 3. Inklusiven Soundfestival in Wien. Das Thema des diesjährigen Festivals war dabei „Community-Musik“. Von Chorälen, barocken und klassischen Werken bis hin zu sogenannter „Volxmusik“ war alles vertreten.  Auch die Ensembles konnten unterschiedlicher nicht sein. So gab es einen Musikschulchor mit kleiner Instrumentalbegleitung, eine steirische Volksmusikgruppe, einen Trompetenchor und eine inklusive Band der ansässigen Musikhochschule Wien. Und eine deutsche Gruppe war vertreten: Wir, Thonkunst aus Leipzig.

Nach intensiver Vorbereitung und Planung ging es am 25.05.2018 endlich auf Richtung Wien. Etwas erschöpft aber hochmotiviert, kamen wir nach 8 ½-stündiger, ziemlich staubelasteter Fahrt in Wien an und legten sogar noch eine abendliche Probe im Hotelzimmer hin.

Am Sonnabendvormittag hatten wir etwas Zeit und schlenderten durch Wiens zauberhafte Innenstadt. Einige von uns, so auch unsere beiden Rollstuhlfahrerinnen, nutzten den Fiaker, die typische Wiener Pferdekutsche, um sich vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten durch die Wiener Gassen kutschieren zu lassen.

Ab der Mittagszeit trafen sich alle Ensembles in der Hochschule für Musik und darstellende Kunst zum kurzen Soundcheck und dann ging es auch schon los: 4 Stunden nonstop Musik ganz unterschiedlicher Art, lediglich durch kurze Umbaupausen unterbrochen. Man könnte auch sagen, ein Potpourri der guten Laune. Denn das war es wirklich. Es war spannend, den anderen Gruppen beim Musizieren zuzuschauen, die Lebensfreude steirischer Volksmusik zu erleben, mit den Kindern beim Einhalten der schwierigen Rhythmen jüdischer Lieder mitzufiebern und der Band beim spannenden Wechselspiel zwischen Trompete, Cello und Geige zu lauschen. Und zwischendrin wir, Thonkunst, mit unserem a-capella-Gesang. Bis auf ein Cajon und ein Tamburin hatten wir nur unsere Stimmen als Instrumente dabei. Was für einen Eindruck werden wir beim Publikum hinterlassen, während im Saal noch die Klänge von Trompeten, E-Gitarren und Trommeln nachhallen? Werden wir das Publikum genauso mitreißen können, wie die anderen Gruppen?

Wir begannen unser Programm mit eher ruhigen Klängen. Der Funke zum Publikum sprang sofort über. Das haben wir gemerkt und es hat uns sehr motiviert. Besonders beeindruckend war die Leistung unserer zwei Solisten Anne Schott und Sebastian Fischer, die die Herzen des Publikums zum Schmelzen brachten. Auch die modernen Arrangements am Ende unseres Programms hinterließen freudige Gesichter bei den Zuhörern. Beim Applaudieren gab es sogar Standing Ovations und wir durften als einzige Gruppe eine Zugabe geben.

Leider ging es am Sonntag schon wieder zurück nach Hause. Nach reibungsloser 7-stündiger Fahrt kamen wir am späten Nachmittag voller Eindrücke wieder in Leipzig an. An dieser Stelle sei ein großer Dank an unsere beiden Fahrer des Fahrdienstes Schmidt gesagt, die uns sicher nach Wien und wieder zurückbrachten. Ebenso geht ein großer Dank an unsere Kollegin Sabine Holtel, die uns durch ihre Unterstützung bei der Pflege der Werkstattmitarbeiter immer den Rücken freihielt.

Gibt es ein Fazit unserer Reise? Ja. Die Antwort ist ganz einfach. Es gibt keine Grenzen, wenn man Musik machen will. Musik trägt und kann Barrieren überwinden. Sie kann Zuhörer mitnehmen, mitreißen und begeistern. Und was fast noch wichtiger ist: Das gemeinsame Musizieren hinterlässt seine Spuren bei den Musikern, auch und vor allem bei Menschen mit Beeinträchtigungen. Es ist eine Freude, mit Ihnen zu singen und nach dem Konzert in ihre erfüllten Gesichter zu blicken. Und auf der Rückreise im Bus zu hören, wie schön das Wochenende war, trotz aller Anstrengungen. Und auch in der nächsten Probe im vertrauten Werkstattalltag der Diakonie am Thonberg wird noch vom tollen Auftritt geschwärmt und zaubert ein Lächeln hervor.

Dafür lohnt es sich!

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Christine Heuer

Christine Heuer

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