15.01.2021

Raus aus der Werkstatt - rein ins Leben

Bildung schafft für Menschen mit Handicap neue Perspektiven und ermöglicht einen Wandel in ihren Lebensumständen, die sie selbstbestimmt, eigenverantwortlich und gesellschaftlich anerkannt gestalten können.

Seit 1. August 2020 hat Sebastian Pötzsch einen festen Arbeitsvertrag in der Tasche. Ganz normal? Für einen Teilnehmer im Berufsbildungsbereich eher nicht. Der 34-Jährige war aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen seit Mai 2019 in der Diakonie am Thonberg. Nach mit Bravour durchlaufenem Eingangsverfahren und erfolgreichen Praktika im Bürobereich stand fest, dass er die Motivation und das Potenzial mitbringt, um sich außerhalb der Werkstatt auszuprobieren.

Was lag da näher, als einen geeigneten externen Praktikumsplatz für ihn zu suchen? Claudia Kittler, Fachberaterin Berufliche Integration, begab sich sofort in die Spur. Sie erinnerte sich an einen Besuch der Agentur für Arbeit Leipzig in der Diakonie am Thonberg, bei dem der Vorsitzende der Geschäftsführung, Steffen Leonhardi, die Schaffung von Außenarbeitsplätzen vorgeschlagen hatte.   

Warum also nicht mal bei der Agentur nachfragen? Gedacht, getan. Mit Jörg Kunze, dem Geschäftsführer Interner Service der Agentur, wurde sie bald einig. Sebastian Pötzsch absolvierte daraufhin ein Praktikum in der Abteilung Interner Dienstbetrieb. Unterschiedliche Bürotätigkeiten gehörten dort zu seinen Aufgaben.  

Nach erfolgreichem Praktikum war erst einmal keine passende Stelle für Sebastian Pötzsch bei der Agentur frei. Bis ein Anruf von Jörg Kunze bei Claudia Kittler die Wendung brachte. Er bot Sebastian Pötzsch einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz in dem Bereich an, in dem er sein Praktikum absolviert hatte. Ein Glücksfall für den 34-Jährigen, denn er wusste, hier kommt er in ein Team zurück, in dem er akzeptiert und anerkannt ist. „Unser Kollege Sebastian Pötzsch blüht hier richtig auf“, bringt es seine zuständige Teamleiterin, Jacqueline Brückner, auf den Punkt.  

Und Sebastian Pötzsch selbst?  „Ich freue mich, dass ich immer mehr Aufgaben übertragen bekomme und auch mehr Befugnisse habe. Das zeigt mir, dass mir Vertrauen entgegengebracht wird. Ich fühle mich rundum wohl und akzeptiert.“

Auch Geschäftsführer Jörg Kunze freut sich über die gelungene Eingliederung: „Es ist eine Aufgabe der Agentur für Arbeit, Menschen mit Handicap auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt zu unterstützen. Wir fördern einen inklusiven Arbeitsmarkt – ohne Wenn und Aber.“       

Was wünscht sich Sebastian Pötzsch für die Zukunft? Ganz oben auf seiner Wunschliste steht der Einzug in eine eigene Wohnung. Möge sich dieser Wunsch bald erfüllen.   

www.dat-leipzig.de

Foto: © H. Leistner, Agentur für Arbeit Leipzig

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Christine Heuer

Christine Heuer

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