03.12.2020

QuaBIS - für die Zukunft

Das Projekt QuaBIS (Qualifizierung von Bildungs- und Inklusionsreferent*innen in Sachsen) wurde mit dem sächsischen Innovationspreis Weiterbildung ausgezeichnet!

Mit großer Freude wurde im Jahr 2020 die Auszeichnung entgegengenommen.

Fünf Werkstattmitarbeitende der Diakonie am Thonberg werden an der Universität Leipzig im Rahmen des Projektes QuaBIS qualifiziert, an der Hochschule selbst zu lehren und zu forschen. Raus aus der Werkstatt für behinderte Menschen und ab in die Universität. Nach dem Abschluss werden sie in der Lehrerbildung, aber auch in anderen Bereichen der Hochschullehre arbeiten können, sie sollen die Gesellschaft und die Hochschule mitgestalten und verändern. Ziel ist es aber auch, allen Beteiligten eine Chance auf eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Im ersten von insgesamt drei Ausbildungsjahren konnten bereits zusammen mit Studierenden und Hochschullehrenden einige Seminare, Vorträge und Workshops mitgestaltet, vorbereitet und teils selbst gehalten werden.

Die Projektteilnehmer*innen vertiefen Themen wie Teilhabe, Behinderungen und Inklusion, die ihnen selbst wichtig sind und vermitteln dieses Wissen an andere weiter. Tom Hoffmann hat sich zum Beispiel auf das Thema Inklusion spezialisiert und u.a. an einem Workshop der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät mitgewirkt.

 „Mit der Freiheit, die wir hier erleben, war ich am Anfang total überfordert“, berichtet Maria Naumann mit einem Lächeln. Für alle Teilnehmenden dieses Projektes ist das selbstbestimmte Arbeiten unglaublich wichtig, aber auch eine neue positive Erfahrung. Sie sind Teil des Kollegiums an der Universität und begegnen sich auf Augenhöhe. Einige Lehrende und Studierende haben aber auch noch Berührungsängste.

Maria Naumann interessiert sich für medizinische Inhalte, hielt bereits ein Seminar in der Medizinischen Fakultät zum Thema „Hydrozephalus“. Sie berichtete den Studierenden wie es ist, selbst mit dieser Besonderheit zu leben. Gerne fordert sie auch die jungen Menschen dazu auf, sie aus dem Rollstuhl zu heben. Viele schrecken aber zunächst zurück: „Du bist doch kein Übungsobjekt.“ Maria Naumann sieht diese Nähe aber als eine Chance für die angehenden Mediziner*innen, mit Behinderungen direkt konfrontiert zu werden.

So werden auch eigene Erfahrungen geteilt, aber ebenso viele Themen und Fragen intensiv diskutiert und damit Vorurteile abgebaut.

Eine Studentin, die kürzlich ihren Abschluss gemacht hat, sagte zu Maria: „Es wäre schön gewesen, wenn du früher schon an der Uni gewesen wärst. Ich hätte gerne mehr von dir erfahren und gelernt.“

Weitere Informationen zum Projekt und den Teilnehmenden unter www.quabis.info

 

Kontakt zu uns

Christine Heuer

Christine Heuer

Leiterin Unternehmenskommunikation

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